Ein Gipfel für die Jugend
Der AYUDH Europe Summit 2026 stand unter dem Motto One Humanity und gab jungen Menschen Werkzeuge an die Hand, mit denen sie die Herausforderungen unserer Zeit meistern und Botschafter des Friedens werden können. Vom 26. Juli bis 2. August traf sich die Jugendbewegung AYUDH im Ammazentrum Deutschland: Über 200 Teilnehmer aus 29 europäischen Ländern sowie weiteren Nationen kamen zusammen.
Durch Vorträge, Workshops, gemeinnützige Arbeit, interkulturellem Austausch, Meditation, Musik, Sport und gemeinsame Mahlzeiten lernten die Jugendlichen, wie sie eine mitfühlendere und verbundenere Welt aufbauen können.

„Menschen aus so unterschiedlichen Hintergründen zu treffen, hat mir gezeigt, dass unsere Unterschiede kleiner sind als die Werte, die uns verbinden“, sagte Andreas Christensen von AYUDH Dänemark. „Von Menschen umgeben zu sein, die wirklich etwas bewirken wollen, hat meine Motivation erneuert, mich persönlich weiterzuentwickeln, anderen zu helfen und mit Mitgefühl zu führen. Echte menschliche Verbindung ist eine der stärksten Kräfte für Veränderung. “
Das achttägige Treffen verband persönliches Wachstum mit Dialog und Handeln. Jeden Tag lernten die Jugendlichen voneinander und knüpften Freundschaften über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg.
Die Veranstaltung war Teil des Projekts Care4You(th), das durch das Erasmus+-Programm der Europäischen Kommission in Zusammenarbeit mit Apprentis d’Auteuil, der Gemeinde Brombachtal und Embracing the World Frankreich kofinanziert wurde.

Weisheit und Mitgefühl als Wegweiser
Einer der eindrucksvollsten Programmpunkte war der Vortrag von Swami Amritaswarupananda Puri, Ammas ältestem Schüler. Er forderte die Jugendlichen auf, One Humanity nicht als fernes Ziel im Außen zu sehen, sondern als innere Transformation zu begreifen.
„Weisheit beginnt mit der Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen. Logik gehört zum Kopf, Weisheit zum Herzen“, sagte er. „Liebe versteht oft, was Logik nicht erfassen kann. “
„Wir müssen die Niederlagen des Lebens hinter uns lassen und Durchbrüche annehmen, indem wir das Ego ablegen und Liebe zur Grundlage unseres Handelns machen. Wie Amma sagt: ‚Du wirst, was du denkst. ‘“
Swamiji betonte auch, wie wichtig es sei, den Geist für die Intuition zu öffnen. Kreativität und Einsicht entstünden nicht durch ständiges Ringen, sondern wüchsen in Stille und Präsenz.
„Verwirrung ist der Konflikt zwischen der Vergangenheit und der Zukunft“, sagte er. „Sei im gegenwärtigen Moment. “
Swamiji rief in Erinnerung, dass nachhaltiger Wandel in der Gesellschaft bei der persönlichen Veränderung beginne. Jeder kleine Schritt zu mehr Weisheit, Liebe und Selbstlosigkeit löse eine Welle aus, die weit über das eigene Leben hinausreiche.
„Was der Verstand allein erschafft, berührt selten das Herz. Doch das Herz besitzt die Kraft, die Welt zu verändern“, schloss Swamiji.

Die Kraft der Freundlichkeit
Swami Shubamritananda Puri eröffnete den Gipfel mit einer bewegenden Rede über die Kraft der Freundlichkeit.
„Derjenige, der mir gegenübersteht, ist wichtig – nicht wegen seiner Überzeugungen oder Herkunft, sondern weil er ein Mensch ist. Das allein reicht aus“, sagte er.
„One Humanity ist mehr als ein inspirierendes Ideal – es ist eine Lebensweise. Trotz aller Unterschiede in Sprache, Herkunft oder Glauben teilt jeder Mensch die gleiche Sehnsucht nach Glück, Liebe und Sicherheit. “
Mit bewegenden Geschichten – von Ammas mitfühlender Hilfe für einen vertriebenen Migranten in Europa bis zur außergewöhnlichen Großzügigkeit der Menschen in Kanada, die nach dem 11. September 2001 fast 7.000 gestrandete Flugpassagiere aufnahmen – zeigte er, wie einfache Gesten der Freundlichkeit Grenzen von Nationalität, Religion und Kultur überwinden und unser gemeinsames Menschsein sichtbar machen.

Mitgefühl als Schlüssel
Swamini Amritajyoti Prana lud die Jugendlichen ein, über grundlegende Fragen nachzudenken: „Wer möchte glücklich sein? Wer möchte geliebt werden? Wer möchte sich sicher fühlen? Wer möchte wahre Freundschaft? Wer möchte ein sinnhaftes Leben? “ Jede Hand im Raum hob sich.
Gestützt auf die Weisheit der Veden und Ammas Lehren betonte sie, dass wir über Angst, Ego und die Illusion von „wir gegen sie“ hinausblicken müssten. Mitgefühl ließe sich nicht erzwingen, es entstünde von selbst, sobald wir unsere Verbundenheit erkennen würden. „One Humanity ist kein Ideal für die Zukunft. Es ist eine Wahrheit, zu der wir erwachen müssen, und die wir jeden Tag leben müssen“, betonte sie.

Praktische Schritte zur Einheit
Die Jugendlichen besuchten Workshops zu emotionalem Wohlbefinden, Nachhaltigkeit, Führungskompetenzen und Ehrenamt. Sie engagierten sich in Projekten vor Ort, nahmen an Sportangeboten, interkulturellen Abenden, Talentshows und Gruppendiskussionen teil.
Dr. Paula Bohr, renommierte dänische Ärztin und Enkelin des Physik-Nobelpreisträgers Niels Bohr sowie Tochter des Nobelpreisträgers Aage Bohr, führte eine praxisnahe Session zum Nervensystem durch. Sie forderte die Teilnehmer auf, bewusster wahrzunehmen, wie der Körper Sicherheit, Verbindung und Präsenz spürt.

Dr. Joost Monks, internationaler Experte für Bildungspolitik und Künstliche Intelligenz (KI), griff die Prinzipien der südafrikanischen Philosophie Ubuntu („Ich bin, weil wir sind“) und der indischen Lebensweise Vasudhaiva Kutumbakam („Die Welt ist eine Familie“) auf und zeigte, wie diese alten Ideen durch Ehrenamt und gesellschaftliches Engagement umgesetzt werden.
In ihrem Vortrag verband Dr. Isabel Signes, Optometristin und Präsidentin von Vision without Borders, das Sehen mit der Vision des Herzens. Sie schöpfte aus ihren Erfahrungen in der Blindenprävention und internationalen Zusammenarbeit, ermutigte die jungen Menschen, ihrem inneren Ruf zu folgen, an sich zu glauben und ihre Fähigkeiten für andere einzusetzen.

Highlight
Der Gipfel erreichte seinen Höhepunkt bei der Podiumsdiskussion One Humanity. Redner mit unterschiedlichem Background – darunter AYUDH-Mitglieder, Entscheidungsträger und renommierte Fachleute – schilderten persönliche Erlebnisse von Dialog, Zusammenarbeit und Hoffnung. Ihre Worte bewegten die Jugendlichen und die Gäste gleichermaßen.
Jelena Zelenovic, Fachreferentin im Bildungsbereich der UNESCO, erläuterte die Ziele und Visionen der UNESCO im Bereich Bildung und Gemeinschaft. Swami Shubamritananda, Isabel Signes und Paola Fraschini, siebenfache Weltmeisterin im Rollschuhlauf, brachten ihre Sichtweisen in die Diskussion ein.
Ein Jugendlicher brachte seine Eindrücke so auf den Punkt: „Vor der heutigen Podiumsdiskussion dachte ich, Einheit entstehe, wenn Menschen sich ähneln oder einer Meinung sind. Doch nach diesen inspirierenden Geschichten verstehe ich, dass Vielfalt nicht zwangsläufig Konflikt oder Trennung bedeutet. Sie kann vielmehr inspirieren, verbinden, neugierig machen und zum Lernen anregen.“

Ein Neubeginn
Die Veranstaltung vereinte zahlreiche Ehrengäste, darunter den Bürgermeister der Gemeinde Brombachtal, Andreas Koch, und Rajiv Goswami, stellvertretender Konsularbeamter des indischen Generalksonsulats in Frankfurt. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die AYUDH-Erklärung zu One Humanity ein – ein jährliches Dokument, das die wichtigsten Einsichten und Empfehlungen des Gipfels zusammenfasst. Dr. Matthijes Fakkel erstellt die Erklärung, die anschließend an Entscheidungsträger, Organisationen und Jugendnetzwerke weitergegeben wird. Sie gibt jungen Menschen eine Stimme in Gesprächen über eine friedlichere, nachhaltigere und mitfühlendere Zukunft.
Neben einem abwechslungsreichen Programm aus Vorträgen, Workshops und Aktivitäten fanden die Teilnehmenden auch Momente der inneren Ruhe und des Friedens. Der Gipfel bot tägliches Bhajan-Singen, abendliche Meditationen am See und mitreißende musikalische Darbietungen. Besonders beeindruckten die Trommelgruppe Bingoma und der junge französische Sänger G.L.A.D.
Der Höhepunkt der Woche waren die Bhajans mit Swami Amritaswarupananda, die das Publikum von den Stühlen riss. Am letzten Tag sang Swamiji Ammas Bhajan Mata Rani – ein kraftvolles Symbol für Einheit, Freude und Hoffnung.
Die Woche endete mit einem Neubeginn: Mehrere AYUDH-Mitglieder brachen unter der Leitung von Dr. Karen Darke (MBE) zu einer 15-tägigen, 1.500 Kilometer langen Fahrradtour vom Ammazentrum nach Rom auf.
Das unabhängige Projekt entstand aus den Vorträgen von Dr. Karen Darke beim 21. AYUDH Europe Summit 2025. Die Paralympics-Goldmedaillengewinnerin im Radsport leitet die Expedition über die Alpen. Die Gruppe durchquert dabei vier europäische Länder. Der Erlös unterstützt die Behandlung von Menschen mit Rückenmarksverletzungen im Amrita Hospital in Kochi, Indien.
Am Ende des inspirierenden AYUDH Europe Summit nahmen die Jugendlichen eine unvergessliche Erfahrung mit: One Humanity bedeutet nicht, Unterschiede zu beseitigen, sondern sie mit Geduld, Offenheit und Respekt anzunehmen.
Der Gipfel zeigte, dass Einheit nicht aus Gleichförmigkeit wächst, sondern aus dem Erkennen unserer gemeinsamen Menschlichkeit. Die Jugendlichen fuhren mit der Aufgabe nach Hause zurück, den Geist von One Humanity in ihrem Umfeld zu leben.







