Amma weiht Internationale Vivekananda-Stiftung ein
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Amma weiht Internationale Vivekananda-Stiftung ein

"Inspiriert die Jugend durch Dialog anstatt durch Dozieren"

1. Dezember 2009, Chanakyapuri, Neu-Delhi

Am 1. Dezember weihte Amma die Internationale Vivekananda-Stiftung in Chanakyapuri, Neu-Delhi, ein.

Die Stiftung, die sich als unabhängiger und unparteiischer Think-Tank (deutsch etwa: Denkfabrik) versteht, wird verschiedenartige lösungsorientierte Forschungen und Studien betreiben. Außerdem wird sie am internationalen, interkulturellen und interreligiösen Dialog teilnehmen.

Amma bei ihrer AnspracheIn ihrer Ansprache zur Einweihung bezeichnete Amma Swami Vivekananda als einen "großen Sannyasin, der die Gesellschaft revolutioniert und transformiert hat" sowie als "ein perfektes Vorbild für die Hingabe zum Guru, ein hochstehender Karma-Yogi und brillanter Redner."

Amma teilte Vivekanandas Sicht und Praxis des spirituellen Lebens, indem sie sagte, dass "Swami Vivekananda zufolge Spiritualität nicht eine bloße Büßerhaltung bedeutet, bei der man mit geschlossenen Augen in einem abgelegen Wald oder einer Höhle sitzt. Sie stellt im Gegenteil eine Haltung dar, die man in dieser Welt inmitten unterschiedlicher Arten von Menschen praktiziert und dabei allen Umständen und Herausforderungen des Lebens mit Mut und Gleichmut entgegen tritt. Er war der festen Überzeugung, dass Spiritualität die Grundlage des Lebens und der Ursprung von Kraft und Intelligenz ist."

In ihrer Rede ging Amma auf eine ganze Reihe von Themen ein, zum Beispiel wie man Harmonie zwischen den Religionen schafft, welche Bedeutung die Bildung und Erziehung in der Gesellschaft hat und wie wichtig es ist, stolz auf das eigene Land und das nationale Erbe zu sein.

Das Kernthema ihrer Rede jedoch war die Jugend Indiens und ihre Bedürfnisse, sowie die Rolle, die die Erwachsenen einnehmen, um den Jugendlichen dabei zu helfen, ihr volles Potential zu entfalten. Amma sagte: "Wie können junge Leute spirituelle Werte und Qualitäten entwickeln? Wie können wir sie auf den rechten Pfad führen? Wie können wir die Stärke der Jugend zum Wachstum der Gesellschaft, des Landes und der Welt nutzen? Wir sollten die Jugendlichen darauf vorbereiten, sich selbst zu entfalten und ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Zu diesem Zweck sollten wir uns auf ihre Ebene begeben und sie verstehen lernen."

Amma hob hervor, dass Indien in erster Linie Stärke, Dynamik und Mut benötige, wodurch sich die Jugend bereits auszeichne. "Wenn sich unsere Jugend erhebt und handelt, dann hat sie die Stärke und den Elan, unsere Gesellschaft ganz gehörig umzuwandeln“, sagte sie. „Nur indem die in uns schlummernde Kraft erweckt wird, kann es eine echte Transformation und eine dauerhafte Lösung der gesellschaftlichen Probleme geben. Stärke ist das wichtigste, was ein Individuum oder ein Land braucht. Wenn wir erkennen, dass sie jedem einzelnen von uns innewohnt, dann wird sie als echte Stärke in uns erwachen."

Amma führte aus, dass es nicht ausreiche, wenn Eltern ihre Kinder lediglich mit Geld und Luxus versorgen, sondern dass sie viel eher mit ihnen spirituelle Kultur und Werte teilen sollten. "Selbst wenn sich jemand ein sehr teures Auto kauft und den Tank mit dem besten Benzin befüllt, braucht es eine Batterie, um den Motor zu starten", so Amma. "Ungeachtet des Reichtums oder der Bildung, die ein Kind bekommt, ermöglichen es dem Kind in ähnlicher Weise die Liebe und die kulturellen Werte, die es von seinen Eltern erhält, mit den Umständen des Erwachsenwerdens zurechtzukommen und schließlich selbst Liebe zu geben und zu empfangen."

Amma betonte auch, wie wichtig es sei, den Jugendlichen spirituelle Dinge in einer Sprache, auf eine Weise und in einem Kontext zu unterrichten, mit denen sie etwas anfangen können. Sie sagte, dass sie die Jugendlichen nicht so sehr über Spiritualität unterrichten, als mit ihnen vielmehr einen aus dem Herzen kommenden Dialog führen würde. In diesem Dialog würden Fragen und Kritik der Jugendlichen geduldig und liebevoll erörtert. "Wir sollten mitfühlend auf die jungen Leute zugehen. Dadurch wird in ihnen ein innerer Wandel ausgelöst. Und vor allem sollten wir selbst Beispiele geben, durch die sie inspiriert werden", so Amma.

Amma erklärte, dass solche Dialoge nicht nur zur Unterweisung von Jugendlichen, sondern auch zur Förderung der interreligiösen Harmonie unerlässlich seien. 'Meine Religion allein ist gut und deine ist schlecht' – das ist dasselbe, als wenn ich sage 'Meine Mutter ist perfekt, doch deine ist eine Prostituierte'. Erst wenn wir in dem Verständnis diskutieren, dass jeder Mensch seine Mutter als perfekt betrachtet, werden wir in der Lage sein, mit den anderen aufrichtig zu kommunizieren."

Blick in den SaalDarüber hinaus unterstrich Amma, wie wichtig es sei, Liebe und Respekt für das Vaterland und die eigene Kultur zu pflegen. Als Beispiel führte sie eine Anekdote mit Vivekananda an, die sich zutrug, als er nach seiner ersten USA-Reise nach Indien zurückkehrte. Amma sagte: "Es wird davon berichtet, dass er sich im Sand wälzte und unter Tränen ausrief: 'Selbst nachdem ich so viele Länder besucht habe, habe ich nie eine Mutter wie die meine gefunden!' Wenn er in einem 5-Sterne-Hotel untergebracht war, schlief er nicht etwa in dem feinen Bett, sondern legte sich auf den blanken Boden und vergoss Tränen über die armen und hungernden Menschen in Indien. Viele Menschen, die Indien verlassen, gelangen zu der inneren Erkenntnis: 'Der Reisbrei unserer leiblichen Mutter schmeckt besser als der süße Pudding unserer Stiefmutter'."

Nachdrücklich sagte Amma: "Der Fluch, der auf unserer Gesellschaft lastet, ist die Ignoranz hinsichtlich unserer Traditionen und spiritueller Prinzipien. Ich habe so viele Länder dieser Erde bereist: Australien, Afrika und Amerika. Und diese sind alle stolz auf ihr kulturelles Erbe. Aber wir hier in Indien sind weder stolz auf unsere Kultur, noch verstehen wir sie. Manche Leute verhöhnen sie sogar. Doch nur wenn wir ein tragfähiges Fundament legen, können wir darauf ein großes Gebäude errichten. Genauso können wir nur dann eine glanzvolle Gegenwart und Zukunft erschaffen, wenn wir Wissen und Stolz über unsere Vorfahren und unsere Geschichte haben."

Unter den Würdenträgern auf dem Podium befand sich unter anderem der ehemalige Oberste Richter Indiens, M.N. Venkatachaliah, der eine programmatische Ansprache hielt. Der Präsident der Internationalen Vivekananda-Stiftung P. Parameswaran hielt die präsidiale Ansprache, der Direktor der Internationalen Vivekananda-Stiftung, Ajit Kumar Doval, hielt die Grußansprache. Der klassische und Playback-Sänger Vani Jairam schließlich intonierte die Einführungsgebete.

In seiner programmatischen Ansprache, die Ammas Eingangssegnungen folgte, lobte M.N. Venkatachaliah Amma und ihre Segnungen: "Heute gab es für uns diese Dosis Ambrosia (von Amma). Sie erzählte uns, was die Essenz des Lebens ist. Ihre Interpretation von Vivekananda war inspirierend und akkurat ohnegleichen. Und ihr Verständnis und die Darstellung der Themen war so bemerkenswert, dass, so glaube ich, manch einer von uns, der bisher betrübt dasaß, jetzt erkennt, dass es etwas gibt, das gut ist für die Welt. Es sagte einmal jemand: 'Solange es Vögel, Blumen und Kinder gibt, wird die Welt in Ordnung sein'. Doch ich sage: Solange es Vögel, Blumen und Kinder gibt, und noch dazu Mata Amritanandamayi, dann wird die Welt in Ordnung sein."

In seiner Begrüßungsrede lobte Ajit Kumar Doval Amma ebenfalls, indem er sie "inkarnierte Spiritualität" nannte. Er sagte: "(Ammas) unvergängliche Liebe zur Menschheit und ihre alldurchdringende Energie stehen in einer Linie mit den großen Traditionen unserer spirituellen Führer, die von Zeit zu Zeit die Menschheit und die Geschicke dieser Nation führen, wodurch sie unserer Zivilisation den Fortbestand ermöglichen – jene Zivilisation, die der Felsengrund unseres Nationalismus', unserer Identität und unserer Nation mit ihren Menschen darstellt."

Quelle: www.amritapuri.org

   

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