Projekte zur Senkung der Suizidrate unter Bauern
In den letzten Jahren erlangte der Bezirk Vidarbha in Maharasthra, Zentralindien, Bekanntheit in aller Welt aufgrund der ständig ansteigenden Selbstmordrate unter den Bauern. Im Jahr 2006 beging dort durchschnittlich alle acht Stunden ein Bauer Selbstmord. Doch dieses Problem ist nicht auf Vidarbha begrenzt. Auch in Kerala, Andhra Pradesh, Karnataka und anderen indischen Bundesstaaten lässt sich dieser Trend beobachten. Die Situation ist kompliziert; Experten gehen davon aus, dass die Hauptursache im ökonomischen Kräftespiel des Weltmarktes zu suchen ist und die kleinen Bauern in Zeiten der Not hilflos ihrem Schicksal überlassen werden.
Januar 2007
Ravi Mashetwar - unabhängiger Sozialarbeiter aus Vidarbha - schildert Amma in Amritapuri die Schwierigkeiten und Hindernisse, denen er sich in seinem Einsatz für die Bauern gegenüber sieht. Er bittet Amma um Beistand bei der Lösung des Selbstmordproblems in seiner Region. Mit Tränen in den Augen sagt Amma ihm ihre Hilfe zu.
März 2007
Vilashrao Deshmukh, der Ministerpräsident von Maharashtra, lädt Amma ins Gästehaus der Regierung von Sahyadri ein. Das Selbstmordproblem der Bauern wird eingehend diskutiert; neben Amma sind Minister und Berater verschiedener Sachbereiche an der Diskussion beteiligt. Zum Ende der Gesprächsrunde gibt Amma die Hilfsprogramme des Mata Amritanandamayi Math bekannt.
Juli 2007
Nachdem sie mit Ministern, Ortsvorstehern, Sozialarbeitern und Bauern über die Selbstmordwelle gesprochen hatte, ruft Amma zwei Projekte ins Leben, um die unmittelbare Notlage bedrohter Bauern zu beseitigen: das Vidyamritam-Projekt ermöglicht 30.000 Kindern armer Bauernfamilien eine kostenlose Schulbildung (der Projektumfang wird später auf 100.000 Kinder erweitert); das Amrita SREE-Projekt bietet 5000 Frauen-Selbsthilfegruppen eine Berufsausbildung. Beide Projekte sollen helfen, die finanzielle Belastung bäuerlicher Familien zu mildern, um damit einen der Hauptgründe für die Suizide aus dem Weg zu räumen.
Amma schickt Brahmachari Ekhnath der des Maharati kundig ist - nach Vidarbha. Er bereist die Region, auch abgelegene Dörfer und informiert die Bauern über die Projekte des Ashrams. Tausende wenden sich Hilfe suchend an ihn und bitten Amma, Washim zu besuchen.
September 2007
Hunderte verarmter Kinder bäuerlicher Familien aus Vidarbha, Karnataka, Andhra Pradesh und Kerala treffen in Amritapuri ein. Sie erhalten die ersten Stipendien und treffen Amma während ihrer Geburtstagsfeierlichkeiten.
Oktober 2007
Amma sagt zu, Washim zu besuchen und die Familien zu treffen, die den Verlust eines Familienmitgliedes durch Selbstmord zu beklagen haben. Br. Ekhnath kehrt nach Vidarbha zurück, um ein Darshan-Programm vorzubereiten.
Februar 2008
Ammas Programm in Washim findet statt. Abertausende von Menschen kommen und begegnen Amma mit großer Verehrung. Die Menschen sind tief bewegt von ihrem mitfühlenden Darshan. Nach eigener Aussage schöpften sie wieder Selbstvertrauen und Lebensmut.
Am Tag nach dem Programm in Washim fragte ein ausländischer Devotee während einer Rast am Straßenrand Amma, wie sie die Situation in der Region beurteile. Dies war eine seltene Gelegenheit, Amma ausführlich über die Notlage der Bauern Indiens reden zu hören.
April 2008
Auf Einladung Ammas besuchen die Bürgervertreter Washims Amritapuri. Sie bitten Amma, eine Bildungseinrichtung ins Leben zu rufen, die den besonderen Bedürfnissen bäuerlicher Familien dient. Ein Ziel sollte die Anlage von tiefen Teichen sein, die als Wasserreservoir fungieren. Ihnen ist auch der Bau eines Ashrams und Brahmasthanam-Tempels in ihrem Ort ein großes Anliegen.
September 2008
Repräsentanten des MAM nehmen vom 3. bis 5. September an der UN-Konferenz zur Feier des 60. Jahrestags der weltweiten Erklärung der Menschenrechte im UNESCO-Hauptquartier in Paris teil. Das im Rahmen der Konferenz vom MAM vorgestellte Suizidpräventionsprojekt wird dort als "Best Practice" (optimales Vorgehen) bewertet, weil es zeige, wie eine extrem arme Bevölkerungsschicht unterstützt und ihre Menschenrechte wiederhergestellt werden können.
Februar 2009
Während Ammas Indien-Tour im Frühjahr 2009 werden auf den einzelnen Veranstaltungen immer wieder Stipendien an Kinder armer Bauernfamilien sowie Startkapital und Nähmaschinen an Amrita SREE-Selbsthilfegruppen verteilt.
Am Vorbereitungstreffen für die Sitzung der UNO-Kommission für Nachhaltige Entwicklung (IPM) hat der Mata Amritanandamayi Math (MAM) auf das Problem der hohen Suizidrate von Bauern aufmerksam gemacht. Das IPM fand von 23.-27. Februar im UNO-Hauptquartier in New York statt.
September 2009
Am 26.September 2009 vergibt der MAM weitere 2000 Stipendien an mittellose Kinder. Die Gesamtzahl der Stipendien beläuft sich zu diesem Zeitpunkt auf über 30.000 in ganz Indien. Außerdem weitet der MAM das Vidyamritam-Projekt zukünftig auch auf Kinder aus, deren Eltern an AIDS gestorben sind.
Fotos: (1) Amma spricht mit dem Premierminister von Maharashtra, Vilasrao Deshmukh (2) Sri. M.V. Rajasekharan, Minister in Kerala, verteilt zusammen mit Amma Stipendien
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