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Ein chirurgisches Wunder

Amritapuri, 9. Januar 2007

Am 18. August 2007 begab sich eine Gruppe von Kindern aus einem abgelegenen Dorf bei Janakpuri zu einem Feld in einem Wald, wo sie ihre Ziegen grasen lassen wollten. In diesem Moment tauchten drei Bären vor den Kindern auf, und zwar ein Muttertier mit ihren beiden Jungen. Die Kinder rannten los, doch der 12jährigen Kusumavati gelang es nicht, davonzulaufen. Die Bärin hieb ihre Zähne in einen Arm des Mädchens, während einer der Jungbären auf ihr Gesicht losging.

Kusumavatis VerletzungenDie übrigen Kinder liefen zum Dorf zurück und erzählten dort Kusumavatis Vater, Ghendilal Singh (35 Jahre), was geschehen war. Er rannte zu dem Feld, wo er seine Tochter bewusstlos, aber lebend vorfand. Offensichtlich hatten die Bären das Interesse an dem Mädchen verloren, nachdem sie das Bewusstsein verloren hatte. Kusumavatis Arm war gebrochen und ihr Gesicht war zur Hälfte zerfetzt.

Ghendilal brachte seine Tochter in die örtliche Krankenstation, doch die Ärzte dort waren machtlos, irgend etwas für das Kind zu tun. Dreizehn Tage lang lag sie dort bloß auf einer Matte. Schließlich entdeckten Angestellte der Forstbehörde das Kind und brachten es in eine besser ausgestattete Pflegestation. Doch auch dort sahen sich die Ärzte außerstande, der Kleinen zu helfen. Während der folgenden zwei Monate wurde Kusumavati zu vier verschiedenen Krankenhäusern gebracht – alles vergebens. Unfähig zu begreifen, was ihrer Tochter widerfahren war, rutschte Kusumavatis Mutter in einen Schockzustand und eine Depression. Am Ende wurde Kusumavati in eine medizinische Hochschule in Raipur verlegt, deren Ärzte sich wegen dieses Falles an das AIMS-Klinikum in Cochin wandten.

In den darauffolgenden zwei Monaten nahmen die Chirurgen des AIMS-Klinikums insgesamt fünf Operationen an Kusumavati vor, darunter mikrochirurgische Eingriffe an Nerven und Blutgefäßen. Auf diese Weise wurden ihre Augenhöhle und ihr Augenlid wiederhergestellt, so dass sie wieder blinzeln konnte. Kusumavati bekam eine Augenattrappe eingesetzt und ihre Nase wurde komplett rekonstruiert. Außerdem wurden ihre alle Zähne erneuert und künstliche Gebissteile angepasst.

Die Ärzte sagen, dass Kusumavati nach Abschluss der letzten Operation aus ihrem Schockzustand erwacht ist und begonnen hat, mit anderen Kindern zu spielen.


Kusumavati beim Darshan

Kusumavati beim DarshanKürzlich kamen Kusumavati und Ghendilal zu Ammas Darshan nach Amritapuri. Zwar muss die Schwellung weiter abklingen, und das Mädchen hat noch Narben, aber dies wird sich mit der Zeit legen.

Während der ganzen Zeit, in der ihr diese Geschichte vorgetragen wurde, ließ Amma Kusumavati nicht los, sondern hielt sie mit einer schützenden Umarmung fest an ihre Brust gedrückt.

Amma sorgte dafür, dass dem Vater als Entschädigung für den Verdienstausfall, den er in den vergangenen zwei Monaten erlitten hatte, Geld gegeben wurde. Sie stellte ebenfalls sicher, dass es dem Ashram ermöglicht würde, mit Ghendilal in Verbindung zu bleiben, zumal sein weit abgelegenes Dorf nicht einmal über eine Postleitzahl verfügt.

Nach dem Darshan sagte Ghendilal, dass er keine Worte finde, seine Dankbarkeit für Amma und die Ärzte am AIMS-Klinikum auszudrücken. Wenn Amma und die medizinische Betreuung im AIMS-Klinikum nicht gewesen wären, wäre das Mädchen schlichtweg gestorben.

Tags darauf nahmen Ghendilal und Kusumavati den Zug zurück nach Chattisgarh, wo Kusumavatis Mutter und die übrigen Dorfbewohner schon gespannt auf ihre Rückkehr warteten.

Kusumavati wird in den nächsten zwei Jahren wohl zu weiteren Operationen ins AIMS-Klinikum gebracht werden.

Quelle: www.amritapuri.org

   

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